BITCOIN-RECHT

Die Cyberwährung Bitcoin wirft eine Vielzahl von Rechtsproblemen auf, die beinahe an die Anfänge des Internets und Internetrechts erinnern. Die Befassung mit Bitcoins ist heute noch so speziell, dass Goldschürfer und Anleger eine Community bilden, bei der die Mitglieder einander mit einer Vertrautheit begegnen wie im Modelleisenbahnverein oder früher bei DFÜ-Clubs (wer mit letzteren Begriff nichts anfangen kann, ist vermutlich erst in den Achtzigern geboren oder hielt Technik nie für einen geeigneten Gegenstand für ein Hobby).

Gruppenkäufe von Hardware
Die Erzeugung von Bitcoins erfordert leistungsfähige Hardware. Wer das Geschäft ernsthaft betrieben will, so dass Investitionen wenigstens halbwegs in einem vernünftigen Verhältnis zu dem Ertrag stehen, braucht die aktuellste Hardware und investiert hierfür vier- bis fünfstellige Beträge. Um wettbewerbsfähige Preise zu erreichen oder um die Investitionen aufzuteilen schließen sich mache Miner zu Gruppenkäufen zusammen. Die Geräte werden zu Anteilen zusammengefasst und beim Organisator gehostet. Die Aussicht auf lukrative Gewinne, die nur durch den Betrieb eines Computers entstehen, bringen manchen Investor dazu, einfach auf Zuruf Anteile zu erwerben, selbst wenn nach dem Willen des Organisators die ganze Investition auch verloren sein kann, falls der ausländische Lieferant spät oder gar nicht liefert.

Auf die Frage, wie es denn mit Gewährleistung und Widerrufsrechten stehe, wird auf den privaten Charakter der Forumscommunity verwiesen - in Abgrenzung von dem „formaljuristischen AGB-Zeugs", mit dem man doch nichts zu tun haben wolle.

Eine sauber juristische Ausgestaltung mag spießig sein, wer die rechtliche Wertung dem Zufall überlässt verursacht jedoch ein kostspieliges Chaos. Gruppenkäufe sind entweder

  • normale Kaufverträge vom Händler,
  • Dienstverträge über Hostingdienstleistungen, oder schlimmstenfalls
  • Gesellschaftsverträge, bei denen die Gesellschafter nicht einmal wissen, wer ihre Mitgesellschafter sind.

Unsicherheiten bei der Vertragsgestaltung gehen im Zweifel immer zu Lasten des Verkäufers. Die Kunden können ihre Vertragserklärungen widerrufen oder bei Gesellschaftsverträgen die Beteiligung an sämtlichen Einkaufsgewinnen einfordern.


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